Es möge Wasser fließen...

30Jan2017

Wasser ist da? Erstmal eine Runde Tretboot fahren!

Hallo Leute,

Hiermit melde ich mich mal wieder. Leider gibt es nicht viel zu berichten. Ich sprach ja davon, dass ich einen Trip in die Wüste machen wollte. Leider ist der noch nicht zu Stande gekommen, da die Planung in die Hände meiner iranischen Freunde gelegt wurden und daher seit 3 Wochen versucht wird, mich mit „Sorry, dieser Freitag wird nichts, aber der nächste auf jeden Fall“  zu trösten. Daher kommt es dass ich die letzten Freitage nicht viel unterwegs war, da ich mir diese freigehalten hatte. Schon sehr ärgerlich. Dafür habe ich jedoch nächstes Wochenende 2 Tage frei, die ich auf jeden Fall nutzen werde um mal wieder aus Isfahan rauszukommen. Bisher weiß ich jedoch noch nicht, wie ich mich entscheiden werde. Zur Debatte steht eine Skiausflug in der Nähe von Shahr-e Kord oder ein Ausflug zum Mündungsgebiet des Zayanderud, da dort wohl ein Festival von iranischen Naturfreunden stattfinden soll.

A pro pos Zayanderud: in den zwei Wochen gab es jedoch ein Ereignis, dass ich euch nicht vorenthalten möchte. Wie die Bilder aus dem Oktober gezeigt haben, führt der Fluss in der Regel kein Wasser, da er flussaufwärts gestaut wird und sämtliches Wasser für die Trinkwasser- und Landwirtschaftsversorgung genutzt wird. Und während ich gedacht habe, den Fluss in meiner Zeit nie gefüllt zu sehen, werde ich nun seit einer Woche eines Besseren belehrt. Was schon als große Nachricht in meinen Deutschkursen frohlockend erzählt wurde, ist mit typisch iranischer Verspätung tatsächlich auch eingetroffen. Der Damm wurde geöffnet. Seit Dienstag letzter Woche fließt nun wieder der Zayanderud in voller Pracht durch Isfahan. Und ich muss sagen, er gibt der Stadt gleich einen anderen, noch schöneren Anblick. Grund genug für mich, meine Kamera zu schnappen und ein paar Eindrücke aufzunehmen. Natürlich war ich nicht der einzige, und es wimmelte nur so von Leuten, welche auf den Brücken der Stadt (hauptsächlich natürlich die Si-o-Se-Pol und Khaju-Brücke) flanierten und die Szenerie für Fotos und Selfies nutzten. Auch der Tretbootverleih, den ich als verlassen vermutet hatte, war geöffnet und eine lange Schlange wartete darauf, eine Runde Tretboot zu fahren. Die Leute waren sichtlich gut gelaunt und es war eine sehr ausgelassene Stimmung.

Leider wird diese Situation nur begrenzt anhalten. Mir wurde erzählt, dass der Grund der Öffnung landwirtschaftliche Betriebe sind, die flussabwärts, außerhalb der Stadt, für 22 Tage mit Wasser versorgt werden sollen. Wird dieser Bedarf gedeckt sein, wird der Damm wieder geschlossen werden und der Zayanderud wird bis zur nächsten Dammöffnung wieder versiegen. Also leider nur eine kurze Augenfreude…

Oktober - Januar 


PS: Da ich leider kein Stativ habe, sind mit fortschreitender Dunkelheit die Bilder leider unschärfer geworden. Daher nur ein paar, die etwas geworden sind. innocent